Von der Rand-Notiz im Meeting zum Ganztagsworkshop
Mavendo begann nicht als Konzept auf einer Agenturfolie, sondern als Gewohnheit an einem Konferenztisch: mitzeichnen, statt nur mitzuschreiben.
Zu viele Folien, zu wenig Verständnis
Die Gründerin von Mavendo, Nora Ahlborn, hat über zehn Jahre als Projektmanagerin in Beratungsprojekten gearbeitet. Die Meetings folgten immer dem gleichen Muster: eine Präsentation mit zwanzig Folien, viel Text, wenig Erinnerung danach. Nach einem besonders langen Strategie-Workshop, bei dem am Ende niemand mehr sagen konnte, was eigentlich entschieden worden war, fing sie an, während der Sitzungen selbst mitzuzeichnen. Zuerst nur für sich, als Gedächtnisstütze.
Aus einfachen Kästchen und Pfeilen auf leeren Blättern wurden mit der Zeit kleine Diagramme, die sie am Ende der Meetings kurz zeigte. Die Reaktionen waren erstaunlich deutlich: Kolleginnen und Kollegen erinnerten sich an die Skizze, nicht an die Folie.
Von der Randnotiz zum strukturierten Format
Erste informelle Sessions
Nach mehreren Anfragen von Kolleginnen begann Nora, kleine Mittagssessions in einem Berliner Co-Working-Space anzubieten. Ohne Folien, nur mit Papier und Filzstiften.
Aus Feierabend-Runden wird ein Format
Aus einer losen Themenfolge entstand ein fester Ablauf: Grundformen, Serviettenstrategie, Live-Mitskizzieren. Die ersten externen Teilnehmenden kamen aus Projektteams befreundeter Unternehmen.
Erster offener Ganztagsworkshop
Der Sprung von der Feierabend-Runde zum vollen Tagesformat, inklusive Pausenstruktur, Übungsblöcken und individuellem Feedback für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer.
Berlin, München und Inhouse-Formate
Mittlerweile finden regelmäßige offene Termine in beiden Städten statt, ergänzt durch Inhouse-Workshops für Teams, die ihre interne Meetingkultur verändern möchten.
Was sich seitdem nicht verändert hat
Der Kerngedanke ist über die Jahre gleich geblieben: Visuelle Kommunikation ist kein Talent, sondern eine Technik, die man üben kann. Der Workshop wurde strukturierter, die Übungen präziser, die Beispiele praxisnäher. Aber die Grundregel von damals gilt noch immer: Wer ein Kästchen und einen Pfeil zeichnen kann, kann auch eine Strategie skizzieren.
Heute arbeiten mit Mavendo mehrere erfahrene Sketchnoterinnen und Sketchnoter zusammen, die alle aus der Projekt- und Beratungspraxis kommen, nicht aus der Kunstschule. Das ist bewusst so gewählt: Sie sollen verstehen, wie sich ein enger Zeitplan im Meeting anfühlt, nicht nur, wie man schön zeichnet.